Der 1. Landkrieg (Gerfins)
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Der 1. Landkrieg nach der Rechnung von Gerfins Sippe zählt neben der Zeit der Priesterkaiser und den Orkkriegen zu den schwersten Erschütterungen, die die Sippe erlebte.
Mit 18 Jahren war er der längste und der verheerendste der Auseinandersetzungen und nach dem Feldzug der Ramuchai des Jahres 600 prägt er das heutige Angesicht der Flusslande mit am stärksten, wird mit seinem Ende alles Wiederaufgebaute im weiten Land bestenfalls aus verkohlten Resten bestehen.
Da sein tatsächlicher Verlauf sich aus einer Fülle von oft von einander unabhängigen Einzelaktionen, kleinen Überfällen, Vergeltungsaktionen und Marschbewegungen zusammensetzte, ist eine detaillierte Rekonstruktion der 18 Kriegsjahre nicht möglich. Er lässt sich aber über zentrale Begebenheiten gliedern.
Die Vorgeschichte
Seit
752 wurde die Sippe von Adligen beherrscht, die fern vom Alten Land in Garetien, Almada und den Nordmarken sitzend, ihre Vögte angewiesen hatten, aus den neuen Ländereien einen spürbaren wirtschaftlichen Gewinn zu erwirtschaften. Da das Alte Land aber weit davon entfernt war, Überschüsse zu erzielen, konnte das nur höchst mühevoll gelingen. "Wenn man Saft auspresst heißt es: Je magerer der Apfel, umso höher muss der Druck sein." So wurden die Sippler gegen altes Recht zu Frondiensten und Abgaben aller Art gepresst. Da sie dies nur mit Gegenwehr über sich ergehen ließen, verschärften die Verwalter der Adligen ihre Maßnahmen deutlich und begannen teilweise, die Sippe bis auf die letzte Kuh zu melken. Ganze Dörfer wurden von heut auf morgen als leibeigen erklärt, die natürlichen Wanderungen und Jagdzüge wurden verboten und die Sippler mussten bei Hochzeiten, Sterbe- und Erbfällen sowie bei allen möglichen anderen Ereignissen Gelder abführen, die sie nie hätten zahlen können, wodurch sie noch tiefer in angebliche Schuldverhältnisse rutschten und umso schwerer bedrückt wurden. Die Sippe berichtet noch heute von den - aus ihrer Sicht Diebstählen - welche durch die neue herrschende Klasse immer mehr zu Alltag wurden. Die Adligen erkannten bald, dass sie die gesamte Lebensweise der Sippen umgestalten mussten, wollten sie aus ihnen regierbare Untertanen machen. Und so schickten sie sich daran, auch unwesentliche Bräuche und Gewohnheiten der Gerfins und anderer Sippen unter teils empfindliche Strafen zu stellen. So wurde beispielsweise die Umschreibung der Götter verboten, die im Glaube der Windhager doch tief verwurzelt war. Das Ziel dabei war, den synkretistischen Vorstellungen, die den Glaube der Sippe wesentlich bestimmte, einzudämmen.
Der Aufstand der Garan
763 begann Garans Sippe den Reigen der Landkriege als sie sich zum offenen Kampf gegen die Ausbeutung durch den fremden Adel erhoben. Die Gerfins planten damals, sich dem Aufstand anzuschließen, waren sich jedoch untereinander so uneins, dass sie erst in den Tagen vor der blutigen Niederschlagung der Garan zum Handeln entschlossen. Als sie während der Vorbereitungen zum Marsch von der schlimmen Niederlage der Garan erfuhren, verließ sie der Mut und sie beugten sich weiter unter die Knute.
Aufruhr: 766 - 769
766 zwang das immer schärfere Verbot des Sippenrechtes die Gerfins zu einem sippenweiten Thing auf dem alten Thingplatz vor den Stadtmauern Kyndochs unter Einbeziehung der Gerfins aus Stadt und Land um über den Umgang mit den erpresserischen Methoden der neuen Adligen zu beraten. Im Ergebnis wurde das Maß für voll befunden, eine neue Sippe ausgerufen und mit feierlichen Eiden und Riten geschworen, für das Recht einzutreten, mit der Beharrlichkeit des Eisigen und mit der Verschlagenheit des Reißenden sich gegen alle Feinde zu stellen. Boten wurden ausgeschickt, die Speere mit faulenden Kaninchenkadavern vor eines jeden Adelsmannes Tor in den Boden rammten zum Zeichen, dass Fehde herrsche.
Im selben Jahr hörte man erstmalig davon, dass Steuereintreiber verschollen wären...
769 schlug nach vier Jahre die lockere Abfolge lokar begrenzter Unruhen um in offenen Krieg des gesamten Adels gegen die Sippe. Als zwei Banner regulärer leichter Infanterie, die dem Baron XY zur Niederschlagung des Aufstandes übertragen worden waren, gen Grefinshûs marschierten, verließen die Bewohner den Ort und brachten ihr Hab und Gut in Sicherheit. Jedoch ließen sie auf Befehl von Douacar aus dem Haus Areages wertvolles Fleisch im Ort zurück - dazu den gesamten Vorrat an gebranntem Wein. Als die Banner, die ohne jede Vorsicht und einen leichten Sieg vor Augen geführt, munter der Beute zugesprochen hatten, fielen die Sippler über die nahezu wehrlosen, weil betrunkenen Soldaten her. Die Kyndocher Chronik berichtet, dass von 104 Männern und Frauen nur die beiden Hauptmänner am Leben gelassen wurden. Von diesen beiden erhängte sich einer nicht viel später und ein zweiter wurde bald darauf von seinem Herrn ins Loch geworfen. Dieser schwere Schlag, den die Sippe als das Halbacher Schnapsfest in Erinnerung hält, brachte den Adel dazu, gemeinsam und mit aller Härte gegen die Sippe Gerfins zu Felde zu ziehen. Und fortan ließ man alle Versuche fahren, die Gerfins durch Freundlichkeit oder Nachsicht zu gewinnen.
Krieg 770 - 772
771 hatte Tsatuaria Garans Sippe mit einer neuen Generation waffenfähiger Frauen und Männer beschenkt, sodass sie es wagen konnte, wieder die Waffen gegen die Edlen zu führen.
772 hielten die Truppen der Barone blutige Ernte, als sie über 200 Alte, Kinder und Schwangere aus verschiedenen Familien und Häusern der Sippe im Grünbachtal überraschend stellen konnten, die nur von einer Handvoll Waffenfähiger begleitet wurden. Dieser Tag ging in die Geschichte als Grünbacher Wurzelschnitt ein, denn keine Seele überlebte ihn. Zahlreiche Häuser, wie bspw. das ruhmreiche Haus Radagais wurden für immer ausgelöscht. Diese Bluttat, die darauf abzielte, die Sippe selbst auszulöschen, führte bei den in den Wäldern und Bergen lebenden Kämpfenden dazu, fortan jeden vermeindlich Sippenlosen zu erschlagen.
Vernichtungskrieg 773 - 776
773 verließen alle Sippenlosen das Alte Land, das bereits schrecklich unter den Gewaltausbrüchen und Bluttaten beider Seiten schwer gelitten hatte.
776 entspann sich in den Wirren aus heute undurchsichtigen Gründen eine Blutfehde zwischen den kämpfenden Gerfins und den friedlich gebliebenen Udamans von Widdernhall.
Blutfehde 777 - 784
780 kam es im Kyndocher Moor zum sogenannten Dymholmer Eisenschubsen, als eine größere Streitmacht, die ausgezogen war, um Dymholmen niederzubrennen, von den Dymholmer-Gerfsin in der undurchsichtigen Wildnis der Windhager Au fast gänzlich aufgerieben werden konnte.