Draustein
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| Region: | Abagund |
| Titel: | Baron von Draustein |
| Baron: | Arlan Stepahan |
| Vogt: | Lûran Falkraun |
| Residenz: | Burg Draustein |
| Lehnsfolge: | Graf von Abagund |
| Einwohner: | 4000 |
| Freie: | gering |
| Truppen: | Weiße Löwen, Steinlöwen (Burgwache Drausteins) |
| Lehen: | Steinvasallengut Flusswacht (900), Steinvasallengut Nebelwacht (559), Steinvasallengut Schildwacht (400), Steinvasallengut Dunkeltann (200), Edlenherrschaft Orkenheck (200), Edlenherrschaft Birchfehn (100), Ritterherrschaft Gundelbach (80), Edlenherrschaft Leuenblick (70) |
| Städte: | keine |
| Orte: | Draustein (Dorf) (560), Trutzbach (500), Wietaun (250), Wegscheid (200), Brandholz (100), Farnacker (80) |
| Tempel: | Sturmtempel der göttlichen Leuin vom Draustein, Tempel der heiligen Domara |
| Burgen: | Burg Draustein (120), Burg Falkenwacht (50), Burg Jasalintir (40), Wehrhof Dunkeltann (35), Burg Nebelwacht (35), Wehrhof Grimmwald (22), Turm Leuenblick (20), Wehrhof Gundelbrück (15), Hohe Halle Birchfehn (10), Turm Alte Wacht (4), Turm Drakenruf (1) |
| Wege: | Großer Fluss, Leuenstieg, Schilfweg, Krummweg, Heckenpfad, Finstergrund |
| Besonderes: | Gundelwald, Draufall, Treffen der Besten (Ritterturnier), |
| Wappen: | Schreitender weißer Löwe auf rotem Grund |
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Draustein - Alte Herrschaft am Großen Fluss
Angrenzende Lehen
Die fruchtbaren Lande längs des Großen Flusses zählen seit altvorderen Zeiten zum angestammten Besitz des Hauses Stepahan. Der breite Strom zieht südwestwärts an Draustein vorbei und trennt das Lehen an seinem rechten Ufer von den jenseitigen Landen: dem Reichsland Flachstein (Windhag) im Süden und den Grenzmarken im Westen. Im Nordwesten grenzt Draustein an Niriansee, im Nordosten an Gräflich Abagund. Östlich reicht es bis an Crumold, mit dem es sich die tiefen Forste des Gundelwalds teilt.
Bedeutende Wege durch das Land der Löwen
Der Leuenstieg ist der wichtigste Überlandweg der Baronie Draustein – über fünfzig Meilen folgt er zumeist dem Lauf des Großen Flusses, steigt stellenweise an und führt dann über die bewaldeten Flussböschungen und felsigen Anhöhen des Abagunder Hügellandes, teils weit oberhalb des Stroms. Er beginnt in den weiten Flussauen bei Gundelbrück an der Grenze zu Crumold, passiert die Höhen um Burg Draustein und erreicht schließlich bei Auenwasser die Uferniederungen an der Grenze zu Niriansee. Der Große Fluss selbst ist Drausteins bedeutendste Lebensader: Stromaufwärts führt er über Kyndoch bis nach Elenvina, stromabwärts mündet er bei Havena ins Meer der Sieben Winde. Er bringt nicht nur Waren, sondern auch Nachrichten und Reisende in die Baronie.
Burg Draustein
Burg Draustein ist seit den Dunklen Zeiten der Sitz des altehrwürdigen Hauses Stepahan. Mächtig erhebt sie sich auf dem Draustein, einem alten, harten Steinrücken über dem Großen Fluss, der der Baronie wohl ihren Namen gab. Zu seinen Füßen breitet sich das Dorf Draustein aus, eine der bedeutenderen Siedlungen des Lehens. In der Burg, die als »Heimstätte der Löwen« bekannt ist, befindet sich nicht nur die Baroniehofhaltung, sondern auf einem vorspringenden Felsensporn auch der Sturmtempel der göttlichen Leuin vom Draustein - einer der bedeutendsten Rondra-Tempel an der Siebenwindküste. Unterhalb des Tempels stürzt die Draue, ein wilder Nebenfluss, über den tosenden Draufall hinab in den Großen Fluss. Nordwestlich der Feste erstreckt sich der geschichtsträchtige Lanzenhain, Austragungsort des Treffens der Besten, eines der ältesten und angesehensten Ritterturniere Albernias.
Dorf Draustein
Unterhalb der alten Höhenfeste schmiegt sich Dorf Draustein (EW 600) an die flacheren Ausläufer des felsigen Hangs. Die meisten Bewohner leben vom Ackerbau und der Viehzucht. Zwar konnte am Fuß des Drausteins keine größere Anlegestelle errichtet werden, da dort die Felsufer steil und unwegsam zum Wasser abfallen. Doch etwas weiter flussabwärts, nahe dem Lanzenhain, zieht sich ein steinbeschlagener Abstieg durch die Hangflanke zum Großen Fluss hinab. Am Ende wartet ein solider Holzsteg, der vor allem von den wenigen Fischern des Dorfes genutzt wird. Gelegentlich legt dort auch ein kleines, wendiges Flussschiff an, doch bleibt dies die Ausnahme, da die Strömung in diesem Abschnitt, bedingt durch den nahen Wasserfall, tückisch und unberechenbar ist.
Das Tal der Draue - im Herzen der Leuenlande
Das Drautal
Im Herzen der Leuenlande liegt das weite Tal der Draue – eine vielgestaltige Hügellandschaft, durch die sich der schmale Fluss von seiner Quelle im Norden bis zum tosenden Draufall im Süden zieht. Seinen Ursprung nimmt die Draue in den stillen Quellhöhen am Rande des Aichmoors, wo feuchte Senken, dunkle Tümpel und sickernde Rinnsale aus der Harnischheide ihr erstes Wasser zusammentragen. Über die einsamen Weiten der schroffen Heideflächen zieht der Beleman bisweilen mit kraftvollem Wind und trägt den würzigen Duft von Abagunder Glockenkraut und Jasalin weit in die Ferne. Doch weiter südlich wird das Land milder. Sanfte Hügel, lichte Haine und feuchte Auen säumen nun ihren silbernen Lauf, während das umliegende Land karg und widerspenstig bleibt – doch in Flussnähe finden sich Wiesen, Weidegrund und vereinzelte Äcker, mühselig dem Boden abgerungen. Ein Bild wie aus einem alten Märchen – doch eines, in dem das Glück stets hart erarbeitet sein will. Entlang des Wasserlaufs reihen sich alte Dörfer, Weiler und verstreute Hofstätten, die sich zumeist eng an die rechte Flussseite schmiegen – nur wenige liegen jenseits, wo auf der linken, mit Blick stromabwärts, bald das dunkle Gehölz des Gundelwalds beginnt. Am südlichen Ende, dort, wo die Draue in den Großen Fluss stürzt, wacht Burg Draustein über das Tal – unbewegt und erhaben, eine steinerne Wächterin über das Herzstück der Leuenlande.
Siedlungen und Lehen am Ufer der Draue
»Wo die Draue zieht, da folgt ihr der Krummweg stromauf«, heißt es im Tal - und das nicht ohne Grund: Denn vom Dorf Draustein (EW 600) aus folgt der einfache Karrenweg dem Flusslauf in sanften Windungen nordwärts durch die südlichen Ausläufer des Abagund. Zunächst erreicht er den kleinen Weiler Rossfeld (EW 80), der seinen Namen wohl den sattgrünen Rossweiden verdankt, auf denen die Pferde des nahegelegenen Gestüts von Burg Draustein ihre Sommerweide finden.
Von hier aus zieht der Krummweg weiter über sanft geschwungene Wiesen, die sich besonders in Ufernähe ausbreiten, und umgeht dabei die große Flussschleife, welche man den Stepahansbogen nennt – benannt nach jenem sagenumwobenen Ritter Stepahan, der in den Chroniken des Hauses Stepahan als erster Ahnherr gilt. Nach gut drei Meilen erreicht man schließlich das beschauliche Dorf Brandholz (EW 120) - ein Ort, dessen Name noch leise von den Rodungstagen vergangener Zeiten kündet, als erste Hofstätten dem wilden Wald des Drautals mühsam abgerungen wurden. Zusammen mit dem abzweigend gelegenen Weiler Orkenheck (EW 60) bildet es die gleichnamige Edlenherrschaft Orkenheck, benannt nach einer alten Kampfstätte an der Mündung der Orkra in die Draue - dort, wo der Fluss in weiter Schleife, dem Stepahansbogen, ostwärts zieht. Ihr Ursprung reicht zurück in jene Tage, da auch Draustein im großen Ork-Aufstand vor über 1700 Jahren gegen die Schwarzpelze stand. Auf einer weithin sichtbaren Anhöhe, umgeben von dornigen Hecken und Flussgehölz, mit Blick auf den unmittelbar zu seinen Füßen liegenden Weiler Orkenheck und über die Draue zum nahen Gundelwald, erhebt sich heute der Turm Stepahanswacht (EW 20) - ein Name, der an jene Zeit erinnert, da Ritter Stepahan, so berichten es die alten Sagen und das spätere Lied von Fluss und Stein, die Orks vertrieben haben soll. Dort, wo der Überlieferung nach sein letzter Kampf begann, zieht sich der weite Bogen des Flusses - ihm zum stillen Andenken.
Von Brandholz aus windet sich der Krummweg entlang der Draue talaufwärts und führt nach gut sieben Meilen ins Dorf Wegscheid (EW 220), dem größten Ort des oberen Drautals. Wegscheid ist ein wohlhabendes Dorf mit festgefügten Höfen aus Fachwerk und Bruchstein, eingebettet zwischen Feldstücken, Viehweiden und knorrigen Obstbäumen. Die wettergegerbten Schindeldächer zeugen von altem Bestand und dem Fleiß seiner Bewohner. Ein Dornenhag umschließt das Dorf wie ein schützender Ring und bietet seinen Bewohnern Sicherheit vor Wind und den Fährnissen des nahen Gundelwalds, dessen dunkler Saum nur wenige Meilen jenseits der Draue aufragt. Anfang Efferd lockt alljährlich der Herbstmarkt - die Drauschur - Hirten, Händler und Schaulustige aus dem ganzen Tal nach Wegscheid, wo auf der großen Festwiese gefeilscht, getanzt, Vieh getrieben und um die Hirtenkrone gerungen wird.
Westlich führt ein gut ausgetretener Pfad über mehr als zehn Meilen durch die Holderheide bis zum abgelegenen Weiler Steinacker im Steinvasallengut Flusswacht. Nach Norden hingegen führt der sogenannte Heckenpfad weiter - ein karrenbreiter Weg, der sich über drei Meilen entlang stachelbewehrter Wacholder- und Ginsterhecken bis zum Weiler Hohleich zieht, denen er seinen Namen verdankt. Seit jeher ziehen Wanderschäfer mit ihren Heidschnucken von der windumtosten Holderheide zwischen Wegscheid und Steinacker über die schroffe, von Felsrücken durchzogene Harnischheide, zu Füßen von Burg Jasalintir, bis zu den offenen Weiten der Lanzenheide jenseits des Aichmoors bei Grimmwald – stets begleitet von ein paar kräftigen, weißfelligen Drausteiner Hirtenhunden.
Hohleich (EW 70) ist ein beschaulicher Weiler an der Draue, dessen Hofstätten um die uralte Eiche Irdarath liegen, die einst wohl als Richt- und Versammlungsstätte diente. Eine bemooste Steinbrücke führt von hier über den Fluss ins Steinvasallengut Dunkeltann und weiter zur Edlenherrschaft Bírchfehn – beides abgelegene Lehen im Schatten des Gundelwalds.
Siedlungen und Lehen im Schatten des Gundelwalds
Das Steinvasallengut Dunkeltann beginnt bereits jenseits der Draue gegenüber von Hohleich. Hier führt ein drei Meilen langer Weg am dunklen Saum des Gundelwalds landeinwärts bis zum Weiler Dunkeltann (EW 80). Die eng zusammengerückten Hofstätten werden von einer Hecke aus Weißdorn und Brombeere eingefasst und liegen direkt am hölzern bewehrten Wehrhof von Haus Kerkall. Namensgebend für die Siedlung war ein ehrwürdiger Tannenhain, der über Generationen hinweg von den Edlen gepflegt wurde. Im Separationskrieg fällte die Flussgarde alle Bäume bis auf einen – eine letzte, schwarzborkige Tanne, die seither wie ein schweigendes Mahnmal in Sichtweite des Ortes steht. Im Frühling 1047 wurde auf Geheiß von Junker Morgan Kerkall östlich des Wehrhofs mit dem Bau von Turm Dunkeltann begonnen. Seitdem wird ein künstlicher Hügel aufgeschüttet, auf dem künftig ein Wehrturm aus Holz und Stein errichtet wird. Zugleich wird ein Wehrgraben ausgehoben, der das neue Bollwerk gegen die Gefahren des Gundelwalds sichern soll.
Nördlich des Weilers Dunkeltann breiten sich zwischen Draue und Gundelwald weitläufige Feuchtwiesen und sumpfige Niederrungen aus, die allmählich in die ausgedehnten Moore des Aichmoors übergehen. Ein schmaler Knüppelweg, der sich nur streckenweise durch die nassen Niederungen zieht, weist den beschwerlichen Pfad zur entlegenen Edlenherrschaft Bírchfehn. Dort, im Schatten des Gundelwalds und an den dunklen Wassern des Birchgrundes, ruht die Hohe Halle (EW 20) von Haus Arland.
Hoch über dem Großen Fluss - an den felsigen Ufergestaden Drausteins
Siedlungen und Lehen in der Leuenpforte
Dort, wo sich der Leuenstieg aus der Nebelau zwischen alten Eichen, knorrigen Kiefern und dornigem Gesträuch den felsigen Hang hinaufwindet, erhebt sich die Turmwacht Leuenblick (EW 50). An ihrem Fuß sprudelt eine Frischwasserquelle aus dem Fels und lädt zur kurzen Wegrast ein. Von hier oben schweift der Blick weit über das breite Tal des Großen Flusses bis hin zu den fernen Kämmen der Windhag-Berge, deren Gipfel sich am südlichen Horizont im Dunst verlieren. Die Wacht gehört zur Edlenherrschaft Leuenblick, deren schmales Lehen sich zwischen dem düsteren Gundelwald und den steil abbrechenden Felsufern des Großen Flusses erstreckt. Von hier führt der Hochweg durch die Leuenpforte, eine enge Passage am südlichen Rand des Waldes, weiter in Richtung Burg Draustein. Vielerorts misst das Land hier zwischen Wald und Fluss kaum mehr als einen Steinwurf in der Breite. In unruhigen Zeiten trieben an diesem Teilstück des Leuenstiegs immer wieder Gesetzlose ihr Unwesen. Der Siedlungsname Galgenholz (EW 50), ein entlegener Weiler im nordwestlichen Winkel der Edlenherrschaft Leuenblick, erinnert noch heute an den altbewährten Umgang mit solch liederlichem Raubgesindel. An genau dieser Stelle, wo der Leuenstieg einst durch die schroffste Flanke des Hochufers nach Burg Draustein zog, schrieb Caellan Stepahan im Jahre 339 BF mit wenigen Getreuen Geschichte: In der Leuenpforte schlug er eine Schar der Sonnenlegion zurück und begründete in Rondras Namen den Schwertbund der Weißen Löwen zu Draustein.
Auf halber Wegstrecke zwischen Draustein und Trutzbach, passiert der Reisende mit der alten Turmwacht Drakenruf, ein weiteres wehrhaftes Zeugnis längst vergangener Tage. Auch diese Turmwacht wurde einst zum Schutz gegen brandschatzende 'Torwjaler' errichtet und vermutlich auch von diesen zerstört. Eine Wegstunde vor dem Steinvasallengut Flusswacht windet sich der Leuenstieg in das stark eingetiefte Trutzbachtal, ihm folgend, die Ufergestade des alten Stromes erreichend.
Ab Trutzbach beginnt der Schilfweg. Die befestigte Landstraße führt durch eine vielgestaltige Flusslandschaft. Während sich in unmittelbarer Siedlungsnähe noch saftige Viehweiden und ertragreiches Ackerland finden, kündet schon nach wenigen hundert Schritt das flötende Zwitschern verschiedener Waldvögel, die artenreiche und dichtbewachsene Flussaue an. Der ursprüngliche Bruchwaldsaum aus Eichen, Eschen und Feldulmen teilt sich mit goldbraunen Schilfgürteln und verlandeten Altarmen das Landschaftsbild. Nach wenigen Wegstunden erreicht man schließlich das Dorf Schilfeck.
Der Heckenpfad endet schließlich vor den Ringmauern der Höhenburg Jasalintir, der ältesten 'Schildwacht' Drausteins.
Von hier gelangt man auf dem unwirtlichen Finstergrund bis nach Grimmwald an der Grenze zu Gräflich Abagund. Der Wildnispfad ist gezwungen das unwegsame Aichmoor zum Teil auf Holzbohlen zu durchqueren. Die abergläubischen Bewohner der Schildwacht würden die düsterkalte Moorlandschaft nur in Begleitung eines ortskundigen Torfstechers betreten. Schon manch ein unachtsamer Wandersmann beschritt hier seinen letzten Weg und wurde fortan nicht mehr gesehen. Die erfahrenen Hirten der Umgebung nehmen mit ihren Schafherden deshalb gerne einen Umweg von vielen Wegstunden auf sich, um das bedrohliche Hochmoor an seinem Nordrand weitläufig zu umgehen. Hat man aber erst einmal den vermeintlich sicheren Rand des Gundelwaldes erreicht, muss man nur noch dem Waldsaum gen Norden folgen um zum Wehrhof Grimmwald zu gelangen.
Grundholde, Viehhirten & Flussfischer
Die meisten Menschen in Draustein sind leibeigene Bauern, die so genannten Grundholde. Diese sind sesshaft und leben nicht selten von der Hand in den Mund. Ein Grundhold darf seine Scholle nach eigenem Gutdünken nicht verlassen und ist zur Leistung von vielfältigen Frondiensten verpflichtet. Dies und die hohe Abgabenlast sorgen immer wieder für Unmut in der Bevölkerung. Im norden der Baronie trifft man vereinzelt auf die Wanderhirten der Abagunder Heide, die hier ihre Heidschnucken und seltener auch Rinder weiden. Entlang der Uferniederungen bestreiten viele Menschen durch die Gaben des Herrn Efferd ihren Lebensunterhalt. Für die Bauern und Fischer am Rande der Flussaue, ist der mächtige Strom die wichtigste Lebensgrundlage. Die mit dem Frühjahrshochwasser angeschwemmte Erde ist sehr fruchtbar und von großem ackerbaulichem Nutzen. Auf den ertragreichen Lehm- und Tonböden der Uferniederungen gedeihen Gerste, Roggen und Weizen. Hier liegen auch die alten Flussdörfer Trutzbach und Wietaun.
Glaube & Aberglaube
- Praios und Rondra
Aufgrund der Schreckensherrschaft der Priesterkaiser, ist die Verehrung des Götterfürsten Praios unter dem Landadel eher schwach ausgeprägt. Das unerschütterliche Bekenntnis des Hauses Stepahan an die ’göttliche Sturmbringerin’ formte schon früh auf Burg Draustein die rondrianischen Tugenden eines entstehenden Rittertums. Der tief verwurzelte Glaube an die ’göttliche Leuin’ spiegelt sich auch beispielhaft in der gemeinen Wappenfigur des Adelshauses Stepahan wieder. Alljährlich wird der 4. Travia, in Gedenken an das Garether Erntefestmassaker durch den Priesterkaiser Aldec Praiofold II., in der ganzen Baronie als Trauertag begangen.
- Efferd und Flussvater
Die meisten Drausteiner glauben an die Zwölfgötter. Am Ufersaum des Großen Flusses trifft man verstärkt auf die Gläubigen des unergründlichen Herrn Efferd, der hier nicht nur unter den Flussfischern in hohem Ansehen steht. In jeder größeren Flusssiedlung findet sich ein mit Flussperlmuscheln, Fischernetz und Treibgut geschmückter Opferschrein. Auf ihm legen auch die Bauern der Flussniederungen ihre einfachen Gaben ehrfürchtig nieder, um ’den Launenhaften’ zu besänftigen. Nur der Flussvater als Verkörperung des schicksalhaften Gewässers steht bei manchen in noch höherem Ansehen.
- Peraine und Travia
Unter der einfachen Landbevölkerung erfährt vor allem die gebende Göttin Peraine, als Herrin über Feldfrüchte und Fruchtbarkeit und die gütige Mutter Travia, als Herrin des Herdfeuers und der Gastfreundschaft, besonderer Verehrung.
- Sumu und Feen
Am Rande des Gundelwaldes finde sich auch immer wieder Anhänger der Erdmutter Sumu. Für viele Drausteiner ist der Wald aber schlicht verflucht und böse. So mancher Druide soll sich in den Tiefen der dunklen Waldwildnis verborgen halten. Waldräubern dient er als sicherer Unterschlupf. Die Drausteiner sind ein abergläubischer Menschenschlag und fürchten sich besonders vor den Geschöpfen des nahen Gundelwaldes. Es gibt nur wenige Drausteiner, die aus freien Stücken diese urwüchsige Waldwildnis betreten würden. Die Herrin des Waldes ist nach Auffassung des gemeinen Landvolkes die Hexe Gundel. Nicht wenige Menschen glauben aber, dass es sich bei Gundel nicht um eine Hexe handelt sondern um eine unsterbliche Fee mit Namen Gunderiel. In der Nebelau wird sie aufgrund ihres boshaften Wesens gefürchtet und in der Schildwacht als weise Mittlerin zur Anderswelt im Stillen verehrt. Verführerische Dryaden, arglistige Waldgeister, grausame Biestinger und rachsüchtige Waldschrate sollen hier ihr Unwesen treiben. An kalten Winterabenden erzählt man den Kindern die düstere Sage vom Unhold aus dem Gundelwald. Dieser soll vor etlichen Jahrhunderten das Land verheert und in seinem furchtbaren Zorn viele Drausteiner mit Haut und Haar verschlungen haben.
Drausteins Wehr
Drausteins bewaldete Flussböschungen und felsige Steilufer sind weithin bekannt für ihre ehrwürdigen Trutzburgen und Turmwachten, von denen noch so manche aus der Zeit ’des Alten Bosparan’ stammen und unvergänglich über Land und Fluss wachen. Turmburgen wie Falkenwacht, Nebelwacht und das im Norden Drausteins gelegene Jasalintir, zeugen noch heute von der großen Wehrhaftigkeit der Drausteiner Bevölkerung. Diese Turmwachten sind seit vielen Jahrhunderten die Heimstätten der Niederadelsgeschlechter Falkraun, Wellenstein und Taladan. Aufgrund ihrer unverbrüchlichen Treue zum Hause Stepahan, werden deren Familienoberhäupter auch als Steinvasallen bezeichnet. Mit den Steinvasallengütern Flusswacht, Nebelwacht und Schildwacht, verfügen diese Familien zudem über die bedeutsamsten Niederadelsgüter innerhalb der Baronie. Die einstmals prächtigen Turmwachten Gwynnas Wacht, Leuenblick und Drakenruf dienen heute nur noch den umherziehenden Schafhirten als notdürftiges Nachtlager. Eine alte Drausteiner Sage berichtet von einer weiteren, längst in Vergessenheit geratenen Turmwacht inmitten des dunklen Gundelwaldes.
Neben den Befestigungen gelten die Waffentreuen der Leuenlande als Speerspitze von Drausteins Wehr: Die Steinlöwen sind die Gardisten der Burg Draustein und bedecken den Baron und seine Angehörigen auf seinen häufigen Reisen. Daneben sind die Dienstritter der Baroniehofhaltung zu nennen und die Lanzen der regierenden Ritter. Einer der bedeutendsten Machtpfeiler des Adelshauses Stepahan ist jedoch der beinahe siebenhundert Jahre alte Schwertbund der Weißen Löwen zu Draustein. Die in der Priesterkaiserzeit begründete Schwurgemeinschaft hat sich wie das Haus Stepahan den zwölf ritterlichen Tugenden verpflichtet und besitzt auch außerhalb Albernias einen achtbaren Leumund. Nicht wenige Weiße Löwen bekleiden zudem hohe Ämter in der Baroniehofhaltung.
Erwähnenswert ist außerdem die Drausteiner Pagen- und Knappenschule, die nach der Abberufung von Morgan Kerkall und später dem weidener Josold von Firunsgrund nun wieder Isewain von Windisch als Waffenmeister Drausteins untersteht.
Adelsherrschaften
Hochadel
Haus Stepahan - Die Rondrianischen
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Eigenlehen von Haus Stepahan
Edlenherrschaft Birchféhn
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Edlenherrschaft Orkenheck
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Edlenherrschaft Leuenblick
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Junker- und Ritterherrschaften des Niederadels
Steinvasallengut Schildwacht
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Steinvasallengut Nebelwacht (559)
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Steinvasallengut Flusswacht (900)
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Steinvasallengut Dunkeltann (200)
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Ritterherrschaft Gundelbach (80)
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Draustein nach dem Haffax-Feldzug (1040)
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Die Geschicke der Baronie lenkt auch nach dem Haffax-Feldzug Steinvasall Lûran Falkraun alleine, da Rhéged Taladan schwer versehrt aus dem Osten zurückgekehrt war und auch gegenwärtig noch nicht wieder bereit ist, die Amtsgeschäfte als designierter Lehensvogt zu übernehmen. Der Feldzug und auch die Erhöhung von Arlan Stepahan zum Grafen von Bredenhag haben den Drausteiner Hof personell geschwächt: Das Amt des Wehrmeisters ist nach dem Schlachtentod des tapferen Arnvald Wellenstein zu Nebelwacht gegenwärtig noch immer vakant und viele der niederadligen Güter können nur mit Mühe verwaltet werden, da viele Ämter am Baronshof besetzt gehalten werden müssen.
So übernahm nach dem Weggang von Josold von Firunsgrund wieder Isewain von Windisch auf Geheiß von Lûran Falkraun die Aufgaben des Waffenmeisters, der auf Draustein auch die Betreuung der Pagen- und Knappenschule obliegt. Diese Entscheidung des Oberhaupts der Falkraun mag ein deutliches Zeichen für die verzweifelte Lage in der Baronie sein: Die meisten jungen Ritter sind mit Graf Arlan nach Bredenhag gegangen und ohne dessen Gemahlin fehlt dem Drausteiner Hof nun der Glanz des Hochadels. |
Chronik
- 1026
- Winter: Der Heerwurm von Sadrak Wassoi schlägt sich auf seinem Weg in Richtung Havena auch durch die Baronie Draustein. (AB 103)
- 1028
- Boron: Angehörige der Steinvasallenfamilien Falkraun, Taladan und Wellenstein werden noch vor dem Fall von Burg Draustein unter dem Schutz der Weißen Löwen Rheged Taladan, Arlan Stepahan, der dienenden Ritterin Eâchain Arland und Khorena Dunlaith über den Großen Fluss in die Grenzmarken in Sicherheit gebracht. Das Ziel ist die Höhlenburg Windischhöh in der Baronie Rondbirge inmitten des unwegsamen Windhaggebirges.
- 1032
- Travia: die Stepahan kehren nach Kriegsende gemeinsam mit ihren Steinvasallen nach Draustein zurück; auch die verbliebenen Edlen aus Windischhöh - darunter Khorena Dunlaith, Arnbrecht Wellenstein, (...) - erreichen Draustein.
- 02.Travia: in der Nebelwacht verwüsten marodierende Söldner der Boronsottern den Freibauernhof der Aurand und erschlagen mehrere Bewohner.
- 1038
- Praios: Heimkehr des Barons nach langer Abwesenheit und Kriegsrat auf Burg Draustein. Arland Stepahan legt die Knappschaft von Erb-Baroness Linbirg Madahild Farnwart in die Hände von Lûran Falkraun gelegt, während Thalania vom Draustein im Tausch der Schwertväter in die Obhut von Arlan Stepahan wechselt.
- Rondra: Ritterschlag von Khorena Dunlaith auf dem Treffen der Besten (1038) durch Arnvald Wellenstein vor Fürst, Fürstin und allen Teilnehmern unmittelbar nach der Kür der Sieger.
- Ende Ingerimm: am Tag des Blutes wird Jaran von Heckendorn in den Ritterbund der Weißen Löwen aufgenommen.
- 1039
- Travia: die Verwaltung der Baronie wird mit dem Aufbruch der Drausteiner Streiter zum Heerlager von Honingen von Lûran Falkraun übernommen, der als Vogt herrscht.
- 30.Rahja: Tod von Arnvald Wellenstein in der Schlacht von Mendena, Morgan Kerkall und Rhéged Taladan werden teils schwer versehrt.
- 1040
- Travia: mit dem albernischen Tross unter dem Befehl von Aife von Nymphensee erreichen schließlich die Versehrten der Stepahan und ihrer Vasallen ihre heimatlichen Baronien. Auch Rhéged Taladan erreicht Draustein; schwer gezeichnet an Leib und Seele, bleibt Lûran Falkraun bis auf Weiteres Vogt.
- Boron: Die Asche von Maelwyn Stepahan wird im Beisein von Arlan und vielen Vasallen in einer großen Trauerzeremonie im Sturmtempel der göttlichen Leuin auf Burg Draustein verwahrt. Nach den Trauerfeierlichkeiten erfolgt der Ritterschlag von Linbirg Madahild Farnwart und Ardan Falkraun. Rückkehr von Arnbrecht Wellenstein und seiner Familie nach Draustein, nachdem er seinen Eid gegenüber der Markgräfin von Rommilys erfüllt hat.
- 01.Hesinde: Arlan Stepahan wird in Havena zum Grafen von Bredenhag erhöht. Linbirg Madahild Farnwart verlässt in seinem Gefolge Draustein und kehrt nach der Grafenkür etwa Mitte Hesinde zusammen mit Rondirai Mardhûr und Isewain von Windisch heim in die Grenzmarken. Aife und Mara geleiten den versehrten Morgan Kerkall nach Draustein auf sein heimatliches Lehen.
- Phex bis Mitte Peraine: Luran Falkraun und Arnbrecht Wellenstein reisen zusammen auf die Honinger Turney. Nach Begegnung mit der horasischen Tanzmeisterin Rahjana di Caroso spricht Arnbrecht eine Einladung an sie nach Draustein aus, um dem versehrten Kanzler - entsprechend ihrer Vorschläge - Hilfe angedeien zu lassen. Rhéged Taladan reist zur Mitte des Mondes nach Crumold.
- bis Anfang Ingerimm: Rhéged Taladan verläßt nach Begebenheiten in Crumold Albernia und lässt seine Tochter auf Draustein zurück.
- bis Ende Ingerimm: Graf Arlan reist nach seiner Erhebung zum Grafen zum Tag des Blutes nach Draustein - Aufnahme von Isewain von Windisch in den Schwurbund der Weißen Löwen. Der Löwenrat beschloss, das Mardred Taladan vorübergehend als Wehrmeister Drausteins dienen und der junge Arnbrecht Wellenstein vorerst der Pagen- und Knappenschule vorstehen soll. Die Rückkehr von Ritterin Eâchain Arland auf ihr heimatliches Gut, macht nun auch endlich die Entlassung der verdienten Ceit ni Beornsfaire als Vögtin von Birchféhn möglich.
Um diesen Zeitpunkt herum hat sich Baron Kaigh Fenwasian mit seiner Gemahlin Avana und weiteren Edlen mit Gefolge zu einem Besuch angekündigt. Er wird auf der Burg traviagefällig empfangen (HF47). - Rahja: Der Graf und Baronin Linbirg reisen nach den Feierlichkeiten nach Burg Leuwenstein ab.
- 1041
- Efferd: Rückkehr von Isewain von Windisch aus den Grenzmarken an den Hof. Er übernimmt wieder die Leitung der Pagen- und Knappenschule - unterstützt von Arnbrecht Wellenstein.
- 1043
- Ende Praios: Ewaine ni Niamrod schickt aus der Nebelwacht Hilfen nach Traviarim darunter Getreide, Feldfrüchte, einige Schafe, Ziegen und Federvieh. Der kleine Wagenzug wird von Gesinde (darunter einige Handwerker und Wehrfähige) begleitet.
- Anfang Rondra: nach Briefwechsel von Arnbrecht Wellenstein mit Randor Biwarscar von Donnerbach und Anselm von Hohenfels sendet Lûran Falkraun zwei Fuhrwerke mit Lebensmitteln sowie Schlachtvieh (12 Rinder, 24 Schafe) unter der Bedeckung von Roric Crumold, der Lanze Orkenheck (unter Sollstärke) sowie sechs Steinlöwen unter Bardan Bruckwasser nach Hohenfels.
- 1047
- Tsa: Junker Arnbrecht Wellenstein, scheidet aufgrund einer schweren Jagdverletzung aus dem Amt des Jagdmeisters aus. (HF68)
- Ingerimm: Burgfest in der Nebelwacht (1047).
Landschaften
Wälder, Heiden und Moore: Alteich, Erlenbruch, Leuenforst, Schwarzholz, Harnischheide, Holderheide, Lanzenheide, Aichmoor, Unkenmoor
Seen, Inseln und Flüsse: Birchengrund (See), Draue, Großer Fluss, Gundel
Briefspiel
- Ein steiniger Weg (1032)
- Kriegsrat auf Draustein (1038), PRA 1038
- Nach Jasalintir (1038), PRA 1038
Quellen
Kiesow, U.: Das Fürstentum Albernia, Eching 1991, S.16
Falkenhagen, L. und Weste, A.: Das Königreich Albernia. In: Am Großen Fluss, Erkrath 2005, S.43, 57, 68
Raddatz, J. und Kamaris, H.: Ritterburgen & Spelunken, 2007, S. 6
Raddatz, J. und Kamaris, H.: Handelsherr und Kiepenkerl, Waldems 2009, S.77
inoffiziell
- Havena Fanfare 25: Treffen der Besten
- Havena Fanfare 37: Göttlicher Notstand in Draustein
- Havena Fanfare 39: Kriegsrat auf Draustein
- Havena Fanfare 40: Treffen der Besten
- Havena Fanfare 40: Hochzeit auf Jasalintir
- Havena Fanfare 41: Jüngster Spross der Taladan erwartet
- Havena Fanfare 42: Haus Stepahan gratuliert zur Vermählung
- Havena Fanfare 43: Tsas Segen für Drausteiner Adel
- Havena Fanfare 45: Große Veränderungen in Draustein
- Havena Fanfare 46: Der steinige Weg zur Herrschaft
- Havena Fanfare 47: Hoher Besuch in Grenzmarken
- Havena Fanfare 47: Altar für Hohenfels
- Havena Fanfare 68: Letzte Jagd? (S.13); Burgfest im Ingerimm (S.16)
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